Was ist ein Erstpilger?


 

Zum Beispiel jemand, der wie ich vor dem ersten Mal ziemlich aufgeregt ist und hofft der Sache mental und körperlich gewachsen zu sein.
Nach dem ich schon viele Jahre begeisterte Schilderungen von neuen und langjährigen Pilgern gehört hatte, waren meine Erwartungen hoch. Schon vor 30 Jahren hörte ich die ersten Berichte von Rosemarie Bürcks zur Trierwanderung und auch Uschi und Maria haben erheblich dazu beigetragen dass ich mich in diesem Jahr entschlossen hatte mich auf den Weg zu machen.

Von Anfang an fiel mir das herzliche Miteinander und die offensichtliche Freude an dieser gemeinsamen Aktion auf.
Alle "Erstpilger" wurden herzlich und offen aufgenommen und mit den Ritualen und Gepflogenheiten vertraut gemacht.

Das Wetter war uns gut gesonnen und die Strecke ein Traum. Es gab immer wieder neue Überraschungen für Augen und Seele.
Das reiche Angebot von Texten und Liedern regte zum Nachdenken an, brachte Impulse und war auch Gesprächsanlass.
Sehr unkompliziert kam ich mit vielen ins Gespräch.
Ernsthaftes, Persönliches aber auch viel Spaß und Humorvolles ließen die Zeit viel zu schnell vergehen.

Sehr deutlich signalisierten am Ende jedes Tages Füße und Beine dass es jetzt reicht und nicht mehr viel geht. Damit verbunden war auch die tägliche Vorfreude auf unsere schöne Herberge in Dodenburg und die nette Hausgemeinschaft.
Meine Oberschenkel konnten auch zwei Tage nach der Wallfahrt noch Laurenzia singen. Und das, obwohl ich muskelkaterbedingt pfuschen musste, was natürlich von einigen bemerkt worden war.
Bei Glockengeläut in St. Matthias einzuziehen war nach der körperlichen Anstrengung und den verschiedenen Emotionen ein besonderes Gefühl von Stolz und Zufriedenheit. Es war schön die Gratulationen der Gruppe zu erleben und mit zu erleben, wie begeistert alle auch nach vielen Jahren noch sind.
Ich würde gerne wieder mitgehen und an diese erste Erfahrung anknüpfen.

Die gesamte Organisation war hervorragend und auch im Detail überzeugend. Allein die Tatsache, dass immer genug Wasser zur Verfügung stand, und an den regelmäßigen Rastplätzen der Rucksack angefahren kam, war Gold wert.
Man fühlte sich wunderbar versorgt und umsorgt, was nicht zuletzt auch mit der großen Auswahl an Blasenpflaster zu tun hatte, die sofort bereit stand wenn ein erstes Stechen oder Ziehen sich ankündigte.
Allen Organisatoren und hilfsbereiten Menschen ein herzliches Danke dafür.
Diese Mischung aus religiösen Impulsen und Gebeten, die wunderschöne abwechslungsreiche Frühlingslandschaft, viele nette, interessante und kontaktfreudige Menschen, sind wunderbar geeignet die Seele aufzutanken.

© Christel Bähner-Hox