Ein Gespräch mit Richard Jacobs, Brudermeister der SMB St. Tönis 

Richard, Du hast die Sankt Matthias Bruderschaft in St. Tönis gegründet.
Wie kam es dazu?

Gegründet habe ich sie nicht, sondern Pastor Harperscheidt, der zu der Zeit Pfarrer in St. Cornelius in Tönisvorst war, ist 1974 erstmalig mit einem Familienkreis nach Trier gepilgert. 1977 hat meine Frau Monika mich animiert eine Wanderung mit Pastor Harperscheidt und einigen St. Tönisern nach Trier zu machen. Unterwegs klärte man mich auf, dass es eine Fußwallfahrt nach St. Matthias, Trier ist. Diese Fußwallfahrt war so schön, dass ich bis heute nie mehr gefehlt habe..


Richard mit Monika

Wann wurdest Du Brudermeister der Matthias Bruderschaft St. Tönis. 

Offiziell gewählt wurde ich 1981. Auf einer Vorbereitungstour mit meinem Vorgänger Michael Frohn, erzählte er mir, dass er im folgenden Jahr nicht mehr dabei sein wird.  Auf Grund einer schweren Erkrankung war abzusehen, dass er nicht mehr mitgehen konnte. Er bat mich sein Nachfolger zu werden. Ich stimmte dem zu, wenn auch mit viel Herzklopfen. Die Frage stellte er mir im Niersbacher Wald, dort wo heute das Pilgerkreuz der Matthiasbruderschaft St. Tönis steht.1984 wurden wir dann in die Erzbruderschaft des Heiligen Matthias aufgenommen.


Richard mit Messdienern

Welchen Weg geht ihr?

Nach dem Reisesegen in St. Cornelius starten wir mit dem Bus und fahren bis zum Gemündener Maar. Von dort gehen wir los, über den Lieserpfad weiter nach Manderscheid bis Kloster Himmerod. Da wir an allen drei Tagen in Dodenburg übernachten, fahren wir von Kloster Himmerod zu unseren Unterkünften. Am nächsten Tag starten wir wieder ab Kloster Himmerod und gehen dann bis Dodenburg. Der dritte Tag führt uns bis St. Matthias in Trier. Der Empfang durch den Pilgerpater Hubert ist jedes Jahr ein Erlebnis. Die Erstpilger bekommen ihre Medaille und die Jubilare erhalten eine Kerze. 


Marianne, die neue Brudermeisterin

Kommen die Pilgerinnen und Pilger alle aus St. Tönis?

Nein, nicht alle Pilger kommen aus St. Tönis, auch aus dem Umland finden Pilger zu uns. Ebenfalls halten uns viele ehemalige St. Töniser die Treue und reisen aus Klagenfurt, Münster, Warstein und Vechta zu unserer Wallfahrt an.

Wie ich hörte, pilgerst Du auch mit der Bruderschaft von St. Clemens, Krefeld-Fischeln?

1985 sprach mich Pfarrer Peter Harperscheidt, der inzwischen als Pastor in St. Clemens in Krefeld Fischeln wirkte, an. Als langjähriger Brudermeister der St. Töniser den Pilgern von St. Clemens Unterstützung bei der Vorbereitung und auf dem Weg zu geben. Auch das ist inzwischen seit 25 Jahren so.


Ist die Vorbereitung einer Wallfahrt schwierig?

Da unsere Pilgergruppe immer etwa 65 Pilger umfasst, ist Quartiersuche und Organisation unterwegs immer eine große Herausforderung. All die Jahre habe ich dies mit großer Freude gemacht.

 

Warum gibst Du jetzt Dein Amt ab?

Ich bin zwar noch fit und will auch weiter mitgehen, aber ich denke gerade deshalb sollte man frühzeitig das Amt an Jüngere abgeben um eine gute Wallfahrt weiter zu garantieren. Ich freue mich eine jüngere Pilgerin gefunden zu haben. Damit hat auch die Matthiasbruderschaft St. Tönis eine Brudermeisterin. 

Das Gespräch führte Beate Schaepers
Veröffentlich in "Pilgerbrief 2011 Nr 2" der Erzbruderschaft der Heiligen Matthias